Keuchhusten (Pertussis):
Warum er auch Erwachsene trifft — und was hilft

Auf einen Blick

ErregerBakterium Bordetella pertussis, seltener Bordetella parapertussis; Übertragung per Tröpfchen, hochansteckend
Wer erkranktLaut RKI treten rund 60 Prozent der Erkrankungen bei Erwachsenen auf; 2024 gab es so viele Meldungen wie nie seit Einführung der bundesweiten Meldepflicht
Typisch bei ErwachsenenWochenlanger, oft nächtlicher Husten mit Anfällen — häufig ohne das klassische „Keuchen"
TherapieMakrolid-Antibiotikum wie Azithromycin: lindert vor allem bei früher Gabe und beendet die Ansteckungsfähigkeit
SchutzImpfung nach STIKO: Auffrischung im Erwachsenenalter, in jeder Schwangerschaft, für enge Kontaktpersonen von Neugeborenen
Quelle & ICD-10RKI-Ratgeber Pertussis, STIKO-Empfehlungen · A37

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1. Was ist Keuchhusten?

Keuchhusten (Pertussis) ist eine bakterielle Infektion der Atemwege. Der Erreger Bordetella pertussis bildet Giftstoffe, die die Flimmerhärchen der Bronchien lähmen und schädigen. Die Folge ist ein Husten, der in heftigen Anfällen kommt und sich über viele Wochen hinziehen kann — im Volksmund „100-Tage-Husten".¹

Lange galt Keuchhusten als Kinderkrankheit. Das stimmt heute nicht mehr: Laut RKI treten rund 60 Prozent der Erkrankungen bei Erwachsenen auf. Der Grund: Weder die Impfung noch eine durchgemachte Erkrankung schützen lebenslang. Nach der letzten Impfung hält der Schutz einige Jahre weitgehend, danach lässt er nach — jeder Mensch kann sich mehrmals im Leben anstecken.¹,² Nach pandemiebedingt ruhigen Jahren stiegen die Meldezahlen 2023 und vor allem 2024 steil an.

Warum Erwachsene so wichtig sind. Für gesunde Erwachsene ist Keuchhusten meist quälend, aber selten gefährlich. Für Säuglinge dagegen kann er lebensbedrohlich sein — und angesteckt werden sie oft von Eltern, Geschwistern oder Großeltern, deren Husten niemand als Keuchhusten erkannt hat.

Keuchhusten ist in Deutschland meldepflichtig: Schon der Verdacht, die Erkrankung und jeder Labornachweis werden namentlich an das Gesundheitsamt gemeldet — das erledigt die Praxis oder das Labor.¹


2. Verlauf: die drei Stadien

Nach der Ansteckung vergehen meist 9 bis 10 Tage (Spanne 6 bis 20 Tage), bis erste Beschwerden auftreten. Bei Ungeimpften verläuft die Erkrankung klassisch in drei Stadien:¹

StadiumDauerTypische Beschwerden
Stadium catarrhale (Erkältungsstadium)1–2 WochenSchnupfen, leichter Husten, allenfalls leichtes Fieber — nicht von einer Erkältung zu unterscheiden. Die Ansteckungsgefahr ist jetzt am höchsten
Stadium convulsivum (Anfallsstadium)4–6 WochenAnfallsartige Hustenstöße (Stakkatohusten), danach ein ziehendes Einatmen („Keuchen"), Hervorwürgen von zähem Schleim, oft Erbrechen; nachts besonders häufig
Stadium decrementi (Abklingstadium)6–10 WochenDie Anfälle werden seltener und schwächer; Kälte, Anstrengung oder Rauch lösen sie noch lange aus
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Bei Erwachsenen oft untypisch

Bei Jugendlichen, Erwachsenen und Geimpften fehlt das klassische Bild häufig. Oft bleibt nur ein langwieriger, trockener Husten, der nachts stärker ist und in Anfällen kommt. Deshalb wird Keuchhusten bei Erwachsenen oft erst spät oder gar nicht erkannt.¹,³

Säuglinge: Atemaussetzer statt Husten. Junge Babys husten oft gar nicht typisch, sondern haben Atempausen (Apnoen), werden blass oder bläulich. Bei Atemaussetzern oder Blauverfärbung eines Säuglings sofort 112 wählen. Schon bei Husten eines Babys, das Kontakt zu einem Keuchhusten-Fall hatte, gehört es noch am selben Tag in die Kinderarztpraxis.

3. Symptome und Komplikationen

  • Hustenanfälle — mehrere kurze, heftige Hustenstöße hintereinander, bis kaum noch Luft bleibt.
  • Ziehendes Einatmen nach dem Anfall — bei Erwachsenen oft nur angedeutet.
  • Würgen und Erbrechen — typisch am Ende eines Anfalls.
  • Gestörte Nächte — die Anfälle häufen sich nachts, zwischendurch fühlen sich viele fast gesund.
  • Kaum Fieber — hohes Fieber spricht eher für eine Komplikation oder einen anderen Infekt.

Komplikationen bei Erwachsenen

Der Husten ist so heftig, dass er Folgeschäden verursachen kann. Das RKI nennt unter anderem Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen, Rippenbrüche, Brüche der Bauchwand wie einen Leistenbruch, ungewollten Urinverlust sowie Einblutungen im Augenweiß.¹ Die häufigste ernste Komplikation ist eine Lungenentzündung, besonders bei Säuglingen und älteren Menschen. Wer schon vorher unter einer Belastungsinkontinenz litt, merkt oft eine deutliche Verschlechterung.


4. Ansteckung, Risikogruppen und Verwechslungen

Keuchhusten wird über Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen und ist hochansteckend. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt schon am Ende der Inkubationszeit, ist im Erkältungsstadium am größten und kann ohne Behandlung bis zu drei Wochen nach Beginn der Hustenanfälle anhalten. Mit einem wirksamen Antibiotikum endet sie in der Regel nach etwa fünf Tagen.¹

  • Säuglinge — vor allem in den ersten Lebensmonaten, bevor die eigene Impfung wirkt.
  • Schwangere im letzten Drittel — weniger für sich selbst als für das Neugeborene.
  • Menschen mit Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD — der Husten kann die Grunderkrankung entgleisen lassen.
  • Ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Abwehr — höheres Risiko für Lungenentzündung.
Nicht jeder lange Husten ist Keuchhusten — manchmal ist es ein Medikament. Ein trockener Reizhusten ist eine bekannte Nebenwirkung von ACE-Hemmern wie Ramipril und kann noch Wochen nach dem Absetzen anhalten. Auch Asthma, Rückfluss von Magensäure oder Nachwirkungen eines Virusinfekts verursachen wochenlangen Husten. Die Husten-Leitlinie empfiehlt deshalb, bei anhaltendem Husten immer die Medikamentenliste durchzugehen.⁴ Setze einen Blutdrucksenker aber nie auf eigene Faust ab.

Wie sich die Ursachen eines anhaltenden Hustens allgemein unterscheiden, erklärt der Symptom-Beitrag Husten.


5. Diagnose: Abstrich statt Abwarten

Ein Verdacht auf Keuchhusten liegt nahe bei Husten über zwei Wochen mit Anfällen, Würgen oder ziehendem Einatmen — und erst recht nach Kontakt zu einem bestätigten Fall. Gesichert wird die Diagnose im Labor.¹

  • Anamnese: Wie lange und wie hustest du? Gab es Kontakt zu Hustenden, wann warst du zuletzt gegen Keuchhusten geimpft? Welche Medikamente nimmst du?
  • PCR aus dem Nasen-Rachen-Abstrich: Die Methode der Wahl in den ersten zwei bis drei Wochen nach Hustenbeginn. Der Abstrich wird tief aus dem Nasenrachen genommen, nicht aus dem Hals.
  • Blutuntersuchung auf Antikörper: Erst etwa zwei Wochen nach Hustenbeginn aussagekräftig — und nicht, wenn du in den letzten zwölf Monaten geimpft wurdest.
  • Abhören und gegebenenfalls Röntgen: Wenn Fieber, Atemnot oder Brustschmerz an eine Lungenentzündung denken lassen.

Warte mit dem Arztbesuch nicht, bis der Husten „von selbst weggeht": Je früher die Diagnose steht, desto eher lässt sich die Ansteckungskette unterbrechen. Ruf vorher an, damit die Praxis dich nicht ins volle Wartezimmer setzt.

6. Therapie: Was das Antibiotikum kann

Hier ist Ehrlichkeit wichtig: Ein Antibiotikum verkürzt den Keuchhusten nur, wenn es früh gegeben wird — im Erkältungsstadium oder in den ersten ein bis zwei Wochen der Hustenanfälle. Später hat das Gift der Bakterien die Atemwege schon geschädigt, und der Husten läuft trotz Behandlung weiter.¹

Trotzdem ist das Antibiotikum auch dann sinnvoll: Es beendet die Ansteckungsfähigkeit nach wenigen Tagen und schützt damit Babys, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen in deinem Umfeld. Die Entscheidung trifft die behandelnde Praxis.

Erstlinie Makrolid-Antibiotika
Azithromycin
Gut verträglich und mit kurzer Einnahmedauer von fünf Tagen; laut RKI ist der Erreger danach schnell aus dem Nasenrachen verschwunden. Auch bei jungen Säuglingen das bevorzugte Mittel.
Clarithromycin
Über sieben Tage. Wirksam, aber mit deutlich mehr Wechselwirkungen als Azithromycin.
Erythromycin
Das älteste Makrolid mit langer Einnahmedauer und mehr Magen-Darm-Beschwerden; heute seltener.
Alternative Bei Makrolid-Unverträglichkeit
Cotrimoxazol
Kommt infrage, wenn Makrolide nicht vertragen werden; nicht für Neugeborene.
Begleitend Den Husten durchstehen
Trinken und kleine Mahlzeiten
Für unterstützende Maßnahmen gibt es wenig Evidenz. Sinnvoll sind laut RKI zumindest ausreichend Flüssigkeit und häufigere, kleinere Mahlzeiten, wenn die Anfälle zum Erbrechen führen.
Klinik bei Säuglingen
Junge Babys mit Keuchhusten werden meist stationär überwacht, weil Atemaussetzer plötzlich auftreten können.

Bei Kontakt: vorbeugendes Antibiotikum

Enge Kontaktpersonen, etwa im Haushalt, bekommen unter Umständen vorbeugend ein Antibiotikum (Chemoprophylaxe) — laut RKI alle, die nicht nach STIKO-Empfehlung geimpft sind oder deren letzte Keuchhusten-Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt, und auch vollständig Geimpfte, wenn gefährdete Menschen wie Säuglinge im Umfeld leben. Sie ist bis zu drei Wochen nach dem ersten Kontakt sinnvoll.¹


7. Makrolide und Hustenmittel in der Praxis

Das Standardmittel ist meist Azithromycin. Makrolide sind in der Regel gut verträglich; typisch sind Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall. Wichtiger für Menschen mit Dauermedikation sind die Wechselwirkungen.⁵

  • Herzrhythmus: Alle Makrolide können die QT-Zeit im EKG verlängern. Vorsicht bei anderen Mitteln mit diesem Effekt, etwa manchen Antidepressiva wie Citalopram, bestimmten Antipsychotika oder Rhythmusmedikamenten, und bei niedrigem Kalium oder Magnesium.
  • Cholesterinsenker: Clarithromycin und Erythromycin hemmen den Abbau von Simvastatin und Atorvastatin — das Risiko für Muskelschäden steigt. Meist wird das Statin für die Therapiedauer pausiert oder Azithromycin gewählt.
  • Gerinnungshemmer: Unter Makroliden kann die Wirkung von Phenprocoumon steigen; der INR-Wert sollte kontrolliert werden.
  • Weitere kritische Kombinationen: Colchicin, manche Immunsuppressiva und einige Blutdruckmittel können unter Clarithromycin gefährlich hohe Spiegel erreichen.
  • Magensäurebinder: Aluminium- oder magnesiumhaltige Antazida zeitversetzt zu Azithromycin einnehmen.

Den schnellsten Überblick bekommst du, wenn deine vollständige Medikamentenliste vorliegt — siehe Wechselwirkungen von Medikamenten.

Und Hustenmittel?

Viele greifen zu Hustenstillern aus der Apotheke. Beim Keuchhusten ist ein Nutzen dafür nicht belegt; die Anfälle entstehen durch die Schädigung der Atemwege und lassen sich so kaum unterdrücken. Dazu kommen Risiken: Codein ist für Kinder unter 12 Jahren und in der Stillzeit nicht geeignet, und Dextromethorphan kann zusammen mit bestimmten Antidepressiven ein Serotonin-Syndrom auslösen. Frag vor jedem freiverkäuflichen Hustenmittel in der Apotheke nach.

Antibiotikum nicht vorzeitig absetzen — und diese Warnzeichen ernst nehmen. Brichst du die Einnahme ab, weil der Husten bleibt, bleibst du womöglich länger ansteckend. Nimm das Antibiotikum wie verordnet bis zum Ende, siehe Antibiotika richtig einnehmen; wie du Dauermedikamente währenddessen sicher pausierst, steht unter Medikamente absetzen. Sofort ärztliche Hilfe, im Zweifel 112: bei Herzrasen, Herzstolpern oder Ohnmacht unter dem Antibiotikum, bei Atemnot, hohem Fieber oder Brustschmerz — und bei jedem Atemaussetzer eines Säuglings.

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8. Babys schützen: Schwangerschaft und Kokon

Säuglinge sind in den ersten Lebensmonaten am stärksten gefährdet, und ihre eigene Impfung beginnt erst mit zwei Monaten. Die STIKO setzt deshalb auf zwei Schutzschichten:²

  • Impfung in jeder Schwangerschaft — zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels, bei erhöhtem Frühgeburtsrisiko schon im zweiten. Die Antikörper der Mutter gehen auf das Kind über und schützen es in den ersten Wochen („Nestschutz"). Das gilt auch, wenn die letzte Impfung erst kurz zurückliegt.
  • Kokon-Strategie — enge Kontaktpersonen wie Partner, Geschwister, Großeltern und Betreuende sollen möglichst spätestens vier Wochen vor der Geburt geimpft sein, wenn ihre letzte Keuchhusten-Impfung zehn Jahre oder länger zurückliegt.
  • Pünktliche Babyimpfungen — mit 2, 4 und 11 Monaten als Kombinationsimpfung, bei Frühgeborenen mit einer zusätzlichen Dosis.

Die Impfung in der Schwangerschaft gilt nach aktuellem Wissensstand als sicher für Mutter und Kind. Allgemeine Hinweise zu Arzneimitteln in dieser Zeit stehen im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.


9. Impfung für Erwachsene

Für Erwachsene empfiehlt die STIKO, die nächste fällige Tetanus-Diphtherie-Auffrischung einmalig mit einer Keuchhusten-Komponente zu kombinieren (Tdap, bei Bedarf zusätzlich mit Polio). Einen Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten gibt es in Deutschland nicht. Wer beruflich mit Säuglingen, Kindern oder Patientinnen und Patienten arbeitet, soll alle zehn Jahre aufgefrischt werden.²

Impfpass prüfen. Steht bei der letzten Tetanus-Auffrischung kein „Pertussis" oder „aP"? Dann fehlt dir sehr wahrscheinlich die Keuchhusten-Auffrischung. Einen Überblick über alle empfohlenen Impfungen gibt der Ratgeber Impfungen für Erwachsene.

Ehrlich eingeordnet: Die heutigen Impfstoffe schützen gut vor schweren Verläufen, aber nicht dauerhaft vor jeder Ansteckung. Auch Geimpfte können einige Jahre später erkranken — meist milder. Die Impfung bleibt trotzdem der wichtigste Schutz, vor allem für Säuglinge im Umfeld. Nebenwirkungen sind meist harmlos: Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle, gelegentlich Abgeschlagenheit. Wer Immunsuppressiva oder Cortison einnimmt, klärt den besten Zeitpunkt mit der Praxis — siehe Impfungen und Medikamente.


10. Alltag mit Keuchhusten

  • Abstand zu Babys und Schwangeren — bis die Ansteckungsfähigkeit vorbei ist, also meist fünf Tage nach Beginn des Antibiotikums.
  • Gemeinschaftseinrichtungen — wer in Kita, Schule oder Heim betreut oder arbeitet, darf laut RKI frühestens fünf Tage nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie zurück, ohne Therapie erst drei Wochen nach Hustenbeginn.
  • Im Anfall aufrecht sitzen — leicht nach vorn gebeugt, Schleim ausspucken statt schlucken, danach ruhig durch die Nase atmen.
  • Auslöser meiden — Rauch, kalte Luft und starke Anstrengung provozieren Anfälle noch wochenlang.
  • Geduld statt Antibiotika-Kette — der Husten kann Wochen bis Monate dauern. Ein zweites oder drittes Antibiotikum bringt dann meist nichts; neue Beschwerden wie Fieber oder Atemnot gehören aber ärztlich angesehen.

Keuchhusten zermürbt vor allem durch seine Dauer und die gestörten Nächte. Hilfreich ist, den Verlauf kurz zu notieren — wie viele Anfälle pro Nacht, mit oder ohne Erbrechen. So erkennst du die langsame Besserung, die im Alltag leicht untergeht, und die Praxis sieht, wenn etwas nicht passt.

Wochenlanger Husten — wird es wirklich besser?

Anfälle, Nächte und Medikamente im Verlauf festhalten, statt sie zu schätzen.

Verlauf dokumentieren

FAQ: Häufige Fragen zu Keuchhusten

Bei Erwachsenen fehlt das typische Keuchen oft. Verdächtig ist ein Husten, der länger als zwei Wochen dauert, in Anfällen kommt, nachts stärker ist und mit Würgen oder Erbrechen enden kann — meist ohne hohes Fieber. Sicherheit bringt ein Nasen-Rachen-Abstrich mit PCR-Test.
Am ansteckendsten ist man in den ersten ein bis zwei Wochen, wenn die Beschwerden noch wie eine Erkältung wirken. Ohne Behandlung kann die Ansteckungsfähigkeit bis zu drei Wochen nach Beginn der Hustenanfälle dauern, mit einem wirksamen Antibiotikum endet sie in der Regel nach etwa fünf Tagen.
Den Husten verkürzt es dann kaum noch, weil die Atemwege bereits geschädigt sind. Es kann aber sinnvoll sein, um eine noch bestehende Ansteckungsfähigkeit zu beenden, etwa wenn Säuglinge oder Schwangere im Umfeld leben. Das entscheidet die behandelnde Praxis.
Ja. Weder eine durchgemachte Erkrankung noch die Impfung schützen lebenslang, deshalb kann man sich mehrmals im Leben anstecken. Spätere Erkrankungen verlaufen oft milder und werden deshalb häufig nicht als Keuchhusten erkannt.
Die STIKO empfiehlt, die nächste fällige Tetanus-Diphtherie-Auffrischung einmalig mit einer Keuchhusten-Komponente zu verbinden. Zusätzlich sollen Schwangere in jeder Schwangerschaft geimpft werden, enge Kontaktpersonen eines Neugeborenen möglichst vier Wochen vor der Geburt, wenn ihre letzte Impfung zehn Jahre oder länger zurückliegt.
Solange du ansteckend bist, solltest du Kontakte meiden, vor allem zu Säuglingen, Schwangeren und Kranken. Für Kita, Schule und andere Gemeinschaftseinrichtungen gilt laut RKI eine Rückkehr frühestens fünf Tage nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie, ohne Behandlung erst drei Wochen nach Hustenbeginn.
Ein Nutzen ist nicht belegt, weil die Anfälle durch die Schädigung der Atemwege entstehen. Manche Hustenmittel haben zudem Risiken, etwa Codein für Kinder unter 12 Jahren oder Dextromethorphan zusammen mit bestimmten Antidepressiva. Sinnvoller sind ausreichend Flüssigkeit, kleinere Mahlzeiten und das Meiden von Auslösern wie Rauch.

Quellen

  1. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Keuchhusten (Pertussis). Abgerufen 2026. rki.de
  2. Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut: Empfehlungen der STIKO, aktuelle Fassung, Epidemiologisches Bulletin. Abgerufen 2026. rki.de
  3. infektionsschutz.de: Erregersteckbrief Keuchhusten. Abgerufen 2026. infektionsschutz.de
  4. S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (AWMF Reg-Nr. 020-003, 2025). awmf.org
  5. Fachinformationen Azithromycin und Clarithromycin, Abschnitte Wechselwirkungen und Warnhinweise. Abgerufen 2026. fachinfo.de

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Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Atemaussetzer oder Blauverfärbung bei einem Säugling sind ein Notfall — wähle sofort 112; bei Atemnot, hohem Fieber oder Herzstolpern unter dem Antibiotikum lass dich umgehend ärztlich untersuchen. Die Medikamentenwahl und Dosierung wird immer individuell von der behandelnden Praxis festgelegt. Letzte Aktualisierung: September 2026.