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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 1. September 2026 · Lesezeit: ca. 10 Min.
Auf einen Blick
| Geräusch | So fühlt es sich an | Typische Gelenke | Erster Schritt |
|---|---|---|---|
| „Plopp" (Gasbildung) | Einmaliges lautes Knacken, danach eine Weile Ruhe, oft Gefühl von Lockerheit | Finger, Nacken, Rücken | Harmlos, nichts zu tun |
| Schnappende Sehne | Schnappen oder Springen bei einer bestimmten Bewegung, jederzeit wiederholbar | Hüfte außen, Knie, Sprunggelenk, Schulter | Schmerzfrei: harmlos; mit Schmerz: Physiotherapie |
| Reiben, Knirschen (Krepitation) | Feines Knirschen, oft unter der aufgelegten Hand spürbar | Knie hinter der Kniescheibe, Schulter | Ohne Schmerz häufig normal; mit Schmerz oder Schwellung ärztlich |
| Knacken mit Blockade | Klicken plus Einklemmen, Wegknicken, Schwellung | Knie (Meniskus, freie Gelenkkörper) | Zeitnah ärztlich untersuchen lassen |
| Springfinger | Finger bleibt in Beugung hängen und schnellt mit Ruck heraus | Finger, Daumen | Hausärztlich oder handchirurgisch |
| Kiefergelenk | Knacken beim Öffnen oder Schließen des Mundes | Kiefer | Schmerzfrei: beobachten; mit Schmerz oder Sperre: Zahnarztpraxis |
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Gelenke sind keine stummen Scharniere. Geräusche beim Bewegen (Fachbegriff: Krepitation) sind sehr verbreitet und für sich genommen kein Krankheitszeichen. Entscheidend sind drei Fragen: Tut es weh? Ist das Gelenk geschwollen? Funktioniert es normal? Stehen Schmerzen im Vordergrund, hilft die Einordnung unter Gelenkschmerzen weiter.
Gelenkflüssigkeit enthält gelöste Gase. Wird ein Gelenk auseinandergezogen — wie beim Fingerknacken —, sinkt der Druck im Gelenkspalt, und es bildet sich schlagartig ein Hohlraum. Echtzeit-MRT-Aufnahmen stützen diese Erklärung, Details sind aber weiter Gegenstand der Forschung. Typisch ist ein einmaliges, lautes Geräusch, danach eine Pause, bis es wieder geht, oft mit einem Gefühl von Lockerheit. Und die Arthrose-Frage? Studien, die Menschen mit Fingerknack-Gewohnheit mit anderen verglichen, fanden kein erhöhtes Arthroserisiko der Hand. Die Datenlage beruht auf eher kleinen Beobachtungsstudien — Grund zur Sorge liefert sie aber nicht.
Gleitet eine Sehne oder Sehnenplatte über einen Knochenvorsprung, entsteht ein Schnappen, das sich bei jeder gleichen Bewegung wiederholen lässt. Klassisch ist die „schnappende Hüfte" (Coxa saltans): außen, wenn eine Sehnenplatte über den großen Rollhügel am Oberschenkel springt, oder innen in der Leiste durch die Hüftbeugesehne. Ähnliches kommt an Knie, Schulter und hinter dem Außenknöchel vor, gehäuft bei Tanz- und Laufsport. Schmerzfrei ist das harmlos. Kommen Schmerzen dazu, etwa durch einen gereizten Schleimbeutel, helfen meist Dehnung und Kräftigung; mehr zu Beschwerden an der Hüfte unter Hüftschmerzen.
Reiben hinter der Kniescheibe beim Treppensteigen, in der Hocke oder beim Aufstehen ist sehr häufig, auch bei jungen Menschen ohne Beschwerden. Kommen Schmerzen vorn am Knie dazu, oft bei jungen Sportlichen, spricht man vom patellofemoralen Schmerzsyndrom; hier hat die Kräftigung von Oberschenkel- und Hüftmuskulatur die beste Evidenz (siehe Knieschmerzen). Bei älteren Menschen können Knirschen, belastungsabhängige Schmerzen und eine kurze Anlaufsteifigkeit auf eine Arthrose hinweisen. Knirschen allein beweist aber keine Arthrose.
Ein Meniskusriss entsteht bei Jüngeren oft durch eine Verdrehung, bei Älteren häufig verschleißbedingt ohne klaren Unfall. Typisch sind Klicken mit einschießendem Schmerz am Gelenkspalt, Schwellung und manchmal eine echte Blockade: Das Knie lässt sich plötzlich nicht mehr ganz strecken. Abgelöste Knorpel-Knochen-Stückchen (freie Gelenkkörper) machen ähnliche Beschwerden. Ehrlich gesagt: Bei verschleißbedingten Meniskusschäden ohne echte Blockade bringt eine Gelenkspiegelung nach heutiger Studienlage meist keinen Vorteil gegenüber gezielter Physiotherapie.
Knacken mit dem Gefühl, dass das Gelenk kurz herausspringt, spricht für Instabilität — etwa der Kniescheibe, der Schulter nach früherem Auskugeln oder des Sprunggelenks nach wiederholtem Umknicken. Auch sehr bewegliche Gelenke (Hypermobilität) knacken häufig. Hier stabilisiert gezieltes Kraft- und Koordinationstraining; bei wiederholtem Auskugeln ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll.
Beim Springfinger (Tendovaginitis stenosans) ist die Beugesehne verdickt oder ihr Führungsband zu eng: Der Finger bleibt beim Strecken hängen und schnellt dann mit spürbarem Ruck heraus, morgens oft stärker, manchmal mit tastbarem Knötchen in der Hohlhand. Er tritt bei Diabetes und rheumatoider Arthritis gehäuft auf. Behandelt wird mit Schonung, Schiene, Cortison-Injektion oder einem kleinen Eingriff. Knirschen über dem Handgelenk bei Bewegung kann auf eine Sehnenscheidenentzündung hindeuten, siehe Handgelenkschmerzen.
Knacken im Kiefergelenk beim Öffnen des Mundes entsteht oft durch eine verschobene Knorpelscheibe und ist meist harmlos, solange es nicht schmerzt und sich der Mund frei öffnen lässt. Mit Schmerzen, Ohren- oder Kopfschmerzen oder einer Kiefersperre gehört es in die Zahnarztpraxis. Knacken im Nacken beim Kopfdrehen ist ebenfalls meist harmlos (siehe Nackenschmerzen) — ruckartiges Selbsteinrenken ist aber keine gute Idee: Sehr selten werden Verletzungen der Halsgefäße im Zusammenhang mit kräftigen Manipulationen der Halswirbelsäule berichtet.
Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose. Sie helfen aber, harmloses Knacken von behandlungsbedürftigen Beschwerden zu unterscheiden.
Die meisten Gelenkgeräusche brauchen keine Behandlung. Wenn doch, geht es in der Regel vom Einfachen zum Aufwendigen.
Knackende Gelenke selbst sind selten eine Nebenwirkung. Schmerzende Sehnen und Gelenke aber schon — und sie werden oft nicht mit dem Medikament in Verbindung gebracht.
Antibiotika wie Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Moxifloxacin können Sehnenentzündungen und Sehnenrisse auslösen, am häufigsten an der Achillessehne — manchmal noch Monate nach der Einnahme. Das Risiko steigt mit dem Alter, bei gleichzeitiger Cortison-Therapie, eingeschränkter Nierenfunktion und nach Organtransplantation. Das BfArM hat deshalb 2019 vor schwerwiegenden, teils lang anhaltenden Nebenwirkungen gewarnt; bei leichten Infekten sollen diese Antibiotika nicht eingesetzt werden. Bei ersten Anzeichen an einer Sehne — Schmerz oder Schwellung — sofort die verordnende Praxis kontaktieren.
Wiederholte Cortison-Spritzen in oder an Sehnen können diese schwächen. Langfristig eingenommenes Cortison wie Prednisolon fördert Osteoporose und kann in seltenen Fällen, vor allem in hoher Dosis, eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfs (Hüftkopfnekrose) auslösen. Neue Leisten- oder Hüftschmerzen unter längerer Cortison-Therapie gehören deshalb ärztlich abgeklärt.
Statine wie Atorvastatin verursachen vor allem Muskel-, manchmal auch Gelenkschmerzen. Aromatasehemmer wie Anastrozol oder Letrozol, die nach Brustkrebs eingesetzt werden, führen häufig zu Gelenkschmerzen und Steifigkeit; auch Springfinger und Karpaltunnelsyndrom treten darunter gehäuft auf. Bei DPP-4-Hemmern wie Sitagliptin wurden selten starke Gelenkschmerzen berichtet, die nach dem Absetzen abklangen. Isotretinoin gegen Akne und Bisphosphonate können ebenfalls Gelenk- und Muskelschmerzen auslösen. Entwässerungsmittel wie Hydrochlorothiazid und niedrig dosiertes ASS erhöhen die Harnsäure und können einen Gichtanfall begünstigen.
Schmerzfreies Knacken braucht kein Medikament. Bei schmerzhafter Knie- oder Fingerarthrose sind entzündungshemmende Gele wie Diclofenac eine gut untersuchte Option mit weniger Nebenwirkungen als Tabletten. Tabletten wie Ibuprofen sollten ohne ärztlichen Rat nicht länger als vier Tage gegen Schmerzen eingenommen werden. Die Wahl der Dauertherapie trifft die behandelnde Praxis.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbsttests sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei einem heißen, geschwollenen Gelenk mit Fieber, bei einem blockierten Gelenk, nach einem Knall mit sofortiger Schwellung oder bei Nackenschmerzen mit Schwindel, Seh- oder Sprachstörung wende dich bitte umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.