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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 1. September 2026 · Lesezeit: ca. 11 Min.
Auf einen Blick
| Ursache | Wo es wehtut | Typisches Muster | Häufig bei | Erster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| Sehnenscheidenentzündung (de Quervain) | Daumenseite des Handgelenks | Schmerz beim Greifen, Heben, Auswringen | Frauen, jungen Eltern, viel Handarbeit | Entlasten, Daumenschiene |
| Rhizarthrose | Daumenwurzel | Schmerz beim Aufdrehen, Schlüsseldrehen, Zwicken | Frauen ab dem mittleren Alter | Schiene, Gelenkschutz, ärztlich einordnen |
| Karpaltunnelsyndrom | Beugeseite, Daumen bis Mittelfinger | Nachts Kribbeln und Taubheit, Ausschütteln hilft | Frauen, Schwangerschaft, Diabetes | Nachtschiene, Nervenmessung |
| Ganglion (Überbein) | Meist Handrücken | Prall-elastische Beule, Druckgefühl | Jüngeren Erwachsenen, eher Frauen | Beobachten, bei Beschwerden abklären |
| Kahnbein- oder Speichenbruch | Daumenseite bzw. ganzes Handgelenk | Nach Sturz auf die ausgestreckte Hand | Kahnbein: Jüngeren; Speiche: Älteren mit Osteoporose | Röntgen am selben Tag |
| Knorpelscheibe (TFCC) | Kleinfingerseite | Schmerz beim Drehen, Abstützen, Klicken | Nach Sturz oder durch Verschleiß | Schonen, handchirurgisch abklären |
| Rheuma, Gicht, Pseudogicht | Oft beide Seiten oder mehrere Gelenke | Schwellung, Morgensteifigkeit, Schübe | Mittlerem und höherem Alter | Blutwerte, rheumatologisch abklären |
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Dieser Beitrag bleibt bewusst beim Handgelenk und der Daumenwurzel. Schmerzen in mehreren Gelenken, wandernde Beschwerden oder Gelenkschmerzen mit Fieber und Abgeschlagenheit ordnet der Übersichtsbeitrag zu Gelenkschmerzen ein. Steht nächtliche Taubheit der Finger im Vordergrund, hilft der Beitrag zu eingeschlafenen Händen; die Erkrankung selbst beschreibt der Beitrag zum Karpaltunnelsyndrom.
An der Daumenseite des Handgelenks laufen zwei Daumensehnen gemeinsam durch ein enges Sehnenfach. Ist ihre Sehnenscheide gereizt und verdickt (Tendovaginitis stenosans de Quervain), schmerzt es beim Greifen, Heben, Auswringen und bei Daumenbewegungen, oft mit einer leichten Schwellung über dem Knochenvorsprung an der Daumenseite. Betroffen sind häufig Frauen, besonders in der Schwangerschaft und in den Monaten nach der Geburt — auch, weil das Baby immer wieder mit abgespreiztem Daumen hochgehoben wird —, und Menschen mit vielen gleichförmigen Greifbewegungen in Beruf oder Hobby.
Erster Schritt: die auslösende Bewegung reduzieren und den Daumen mit einer Schiene ruhigstellen, die das Handgelenk einschließt. Reicht das nicht, gilt eine Kortisonspritze in die Sehnenscheide als wirksam; nur selten muss das Sehnenfach operativ gespalten werden. Auch die Strecksehnen am Handrücken können sich nach ungewohnter Belastung entzünden, etwa nach Renovierung oder Gartenarbeit.
Das Daumensattelgelenk verbindet den Daumen mit der Handwurzel und wird bei jedem Zwicken und Greifen belastet. Seine Arthrose (Rhizarthrose) gehört zu den häufigsten Formen der Hand-Arthrose und betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Der Schmerz sitzt an der Daumenwurzel, wird aber oft als Handgelenkschmerz empfunden: beim Aufdrehen von Gläsern, beim Schlüsseldrehen, Schreiben oder Zwicken. Später lassen Kraft und Beweglichkeit nach, die Daumenbasis verdickt sich, der Daumen kann in eine Fehlstellung geraten.
Erster Schritt sind eine Daumenschiene, Gelenkschutz im Alltag und Ergotherapie; eine Kortisonspritze kann vorübergehend lindern. Bei starken Beschwerden kommt eine Operation infrage, etwa die Entfernung eines kleinen Handwurzelknochens (Trapezektomie) oder ein Gelenkersatz.
Im Karpaltunnel auf der Beugeseite des Handgelenks kann der Mittelhandnerv eingeengt werden. Leitsymptom sind nächtliches Kribbeln und Taubheit in Daumen, Zeige- und Mittelfinger; Schmerzen können vom Handgelenk bis in den Unterarm ziehen. Selbsttests und weitere Ursachen dazu stehen im oben verlinkten Beitrag zu eingeschlafenen Händen. Erster Schritt ist eine Nachtschiene, gesichert wird die Diagnose per Nervenmessung.
Ein Ganglion (Überbein) ist eine mit gallertiger Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung der Gelenkkapsel oder Sehnenscheide, meist am Handrücken, seltener an der Beugeseite nahe der Pulsader. Es ist prall-elastisch, oft schmerzlos, kann aber drücken. Ein Ganglion ist harmlos und bildet sich nicht selten von selbst zurück. Vom früher empfohlenen „Zerschlagen" wird abgeraten; nach Punktion oder Operation kann es wiederkommen. Eine harte, nicht verschiebliche oder rasch wachsende Schwellung gehört dagegen ärztlich angesehen.
Der typische Unfall ist der Sturz auf die ausgestreckte Hand. Der Bruch der Speiche nahe dem Handgelenk gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen überhaupt und trifft besonders ältere Frauen mit Osteoporose — ein solcher Bruch nach einem einfachen Sturz ist ein Anlass, die Knochendichte prüfen zu lassen. Bei Jüngeren bricht nach Sportunfällen häufiger das Kahnbein, ein kleiner Handwurzelknochen an der Daumenseite: oft wenig Schwellung, aber Druckschmerz in der Grube an der Daumenseite (Tabatière). Im ersten Röntgenbild ist der Bruch nicht immer sichtbar; übersehen, heilt er womöglich schlecht und führt später zu Arthrose. Auch Bandverletzungen der Handwurzel werden leicht verkannt.
Zwischen Elle und Handwurzel liegt eine Knorpelscheibe mit Bandverbindungen (TFCC, „Diskus" des Handgelenks). Sie kann bei einem Sturz einreißen oder mit den Jahren verschleißen, besonders wenn die Elle im Verhältnis zur Speiche etwas lang ist. Typisch sind Schmerzen an der Kleinfingerseite beim Drehen des Unterarms — Türklinke, Schraubendreher, Auswringen — und beim Abstützen, manchmal mit Klicken. Kribbeln in Ring- und Kleinfinger bei Radfahrenden spricht eher für einen eingeengten Ellennerv am Handgelenk. Erster Schritt: schonen, eventuell Schiene, bei anhaltenden Beschwerden handchirurgische Untersuchung, oft mit MRT.
Bei der rheumatoiden Arthritis (siehe Rheuma) gehören die Handgelenke oft zu den ersten betroffenen Gelenken — meist beidseitig, zusammen mit Fingergrund- und Fingermittelgelenken, mit Schwellung und Morgensteifigkeit von mehr als einer halben Stunde. Eine frühe Behandlung ist entscheidend, deshalb sollte die rheumatologische Abklärung innerhalb weniger Wochen erfolgen. Bei älteren Menschen ist das Handgelenk ein typischer Ort für die Pseudogicht, bei der sich Kalziumkristalle im Gelenk ablagern und plötzlich eine heiße Schwellung auslösen. Die klassische Gicht trifft das Handgelenk seltener. Menschen mit Schuppenflechte können eine Gelenkentzündung entwickeln, die auch das Handgelenk betrifft.
Bei der Lunatummalazie (Morbus Kienböck) ist die Durchblutung des Mondbeins gestört, eines zentralen Handwurzelknochens. Sie betrifft vor allem jüngere Erwachsene: Schmerz mitten auf dem Handrücken, nachlassende Griffkraft, früh nur in der MRT sichtbar. Eine Arthrose des eigentlichen Handgelenks entsteht meist als Spätfolge alter Verletzungen. Schmerzen, die vom Ellenbogen in den Unterarm ziehen, gehören dagegen eher zu Sehnenansätzen am Ellenbogen, etwa beim Tennisarm.
Diese Tests ersetzen keine Diagnose und fallen auch bei Gesunden manchmal leicht positiv aus — vergleiche immer beide Seiten. Nach einem Sturz mit starker Schwellung oder Fehlstellung wird nicht getestet, sondern geröntgt.
Ohne Warnzeichen und ohne frischen Unfall geht die Abklärung in der Regel vom Einfachen zum Aufwendigen.
Einige Wirkstoffe reizen Sehnen und Gelenke direkt, andere erhöhen die Harnsäure oder schwächen die Knochen. Beginnen Handgelenkschmerzen ohne klaren Anlass, lohnt ein Blick auf den Medikationsplan.
Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone wie Ciprofloxacin oder Levofloxacin können Sehnenentzündungen und Sehnenrisse auslösen — am häufigsten an der Achillessehne, aber auch an anderen Sehnen. Die Beschwerden können in den ersten Tagen oder noch Monate nach der Einnahme beginnen; besonders gefährdet sind Ältere, Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion und alle, die gleichzeitig Kortison nehmen. Das BfArM hat den Einsatz 2019 deshalb eingeschränkt. Bei ersten Sehnenschmerzen: Belastung meiden und umgehend mit der Praxis sprechen.
Aromatasehemmer wie Anastrozol, Letrozol oder Exemestan werden nach Brustkrebs oft über viele Jahre eingenommen. Gelenkschmerzen und Gelenksteifigkeit gehören zu ihren häufigsten Nebenwirkungen, besonders an Händen und Handgelenken; auch ein Karpaltunnelsyndrom und ein schnellender Finger werden in den Fachinformationen genannt. Bewegung und Krafttraining können lindern, manchmal hilft ein Wirkstoffwechsel. Brich die Therapie nicht eigenmächtig ab, sondern sprich mit deinem onkologischen Team.
Harntreibende Mittel wie Hydrochlorothiazid oder Furosemid, niedrig dosiertes ASS und Ciclosporin können die Harnsäure erhöhen und Gichtanfälle begünstigen. Langfristig eingenommenes Kortison wie Prednisolon schwächt die Knochen und macht einen Speichenbruch nach einem einfachen Sturz wahrscheinlicher; wiederholte Kortisonspritzen in dieselbe Stelle können Haut und Sehne schwächen. Für Diabetesmittel aus der Gruppe der Gliptine wie Sitagliptin sind Gelenkschmerzen als Nebenwirkung beschrieben, die sich nach dem Absetzen zurückbilden können. Statine verursachen gelegentlich Muskel- und selten Sehnenbeschwerden.
Bei Arthrose der Hand raten die europäischen Empfehlungen (EULAR) zu entzündungshemmenden Gelen wie Diclofenac als erste medikamentöse Wahl, weil sie deutlich weniger Nebenwirkungen haben als Tabletten. Tabletten wie Ibuprofen oder Naproxen sind für kurze Zeiträume gedacht: Ohne ärztlichen Rat gilt laut Packungsbeilage in der Regel nicht länger als drei bis vier Tage am Stück. Bei Blutverdünnern, Nierenschwäche oder Magenproblemen ist Vorsicht nötig; vor einer Spritze oder Operation sollte die Praxis deine Blutverdünner kennen. Einen Überblick gibt der Schmerzmittel-Vergleich; welche Behandlung passt, entscheidet immer die behandelnde Praxis.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbsttests — auch Faust-, Mahl- und Tabatière-Test — sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei einem roten, heißen, geschwollenen Handgelenk mit Fieber, nach einem Tierbiss, bei Fehlstellung nach einem Sturz oder bei plötzlicher Schwäche einer Körperseite wende dich bitte umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.