Morgendliche Kopfschmerzen: Schlafapnoe, Zähneknirschen oder Schmerzmittel-Übergebrauch?

Auf einen Blick

Kopfschmerz beim Aufwachen hat eigene UrsachenEr entsteht in der Nacht — durch Atmung, Kiefer, Schlafdauer, nachlassende Medikamenten- oder Koffeinspiegel und die Raumluft. Dieser Beitrag behandelt nur diese Morgen-Spezifik; den Überblick über alle Kopfschmerzarten gibt der Beitrag Kopfschmerzen.
Schlafapnoe wird oft übersehenlautes Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer und Tagesmüdigkeit plus ein beidseitig drückender Kopfschmerz, der innerhalb weniger Stunden nach dem Aufstehen verschwindet.
Zähneknirschenzeigt sich mit Schmerzen an Schläfen und Kiefer, müden Kaumuskeln und Zahnabrieb.
Medikamente mitdenkenSchmerz- oder Migränemittel an zu vielen Tagen führen zum Übergebrauchskopfschmerz, der typischerweise schon beim Aufwachen da ist. Dazu kommen Koffeinentzug über Nacht, Alkohol, der Überhang von Schlafmitteln und nächtliche Unterzuckerungen unter Insulin.
Sofort abklären lassenHaben mehrere Menschen im Haushalt morgens Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, kann es Kohlenmonoxid sein — Wohnung verlassen, 112. Zeitnah in die Praxis bei Kopfschmerzen, die über Wochen zunehmen, mit morgendlichem Erbrechen oder neuen Ausfällen.

Die häufigsten Ursachen im Vergleich

UrsacheTypisches MorgenmusterHinweiseErster Schritt
SchlafapnoeBeidseitig drückend, fast täglich beim Aufwachen, nach wenigen Stunden wegSchnarchen, Atemaussetzer, Tagesmüdigkeit, BluthochdruckPartner fragen, Fragebogen; Schlafuntersuchung veranlassen
Zähneknirschen (Schlafbruxismus)Dumpf an Schläfen, Kiefer und vor den OhrenMüde Kaumuskeln, Zahnabrieb, KnirschgeräuscheZahnarztpraxis, Aufbissschiene
Schmerzmittel-ÜbergebrauchTäglich oder fast täglich, schon beim AufwachenSchmerz- oder Migränemittel an zehn oder mehr Tagen im MonatEinnahmetage zählen, ärztlich begleitete Pause
KoffeinentzugSpäter Vormittag, am Wochenende, nach dem ersten Kaffee rasch besserViel Kaffee an WerktagenKoffein gleichmäßig verteilen oder langsam reduzieren
Alkohol, Schlafmangel, zu viel SchlafNach Feier, kurzer oder ungewöhnlich langer NachtDurst, Übelkeit, MüdigkeitFester Schlafrhythmus, Alkohol am Abend begrenzen
Kohlenmonoxid (selten, gefährlich)Mehrere im Haushalt betroffen, draußen besserSchwindel, Übelkeit; Gastherme, Kamin, Holzkohle drinnenRaus, lüften, 112; CO-Melder
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Die Ursachen im Detail

Das Besondere am Morgenkopfschmerz: Er ist schon da, wenn du aufwachst, oder weckt dich in den frühen Morgenstunden. Die Ursachen liegen deshalb fast immer in der Nacht. Wie Migräne, Spannungskopfschmerz und andere Kopfschmerzformen grundsätzlich funktionieren, erklärt der Beitrag zu Kopfschmerzen; einen dumpfen Druck ohne festen Tageszeitbezug ordnet der Beitrag Druckgefühl im Kopf ein. Hier geht es nur um das, was zwischen Einschlafen und Aufwachen passiert.

Schlafapnoe und nächtliche Atemstörungen

Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlaffen im Schlaf die Muskeln im Rachen, die Atemwege fallen immer wieder zusammen. Es kommt zu Atemaussetzern, der Sauerstoff sinkt, das Kohlendioxid steigt, die Hirngefäße weiten sich, und der Schlaf wird durch viele kurze Weckreaktionen zerstückelt. Die internationale Kopfschmerzklassifikation beschreibt dafür einen eigenen Kopfschmerz: beim Aufwachen, meist beidseitig und drückend, ohne Übelkeit und Lichtscheu, und innerhalb von vier Stunden wieder verschwunden. Unter wirksamer Behandlung bessert er sich in der Regel.

Weitere Hinweise sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Pausen und Luftschnappen, ein trockener Mund am Morgen, nächtlicher Harndrang, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme und ein schwer einstellbarer Bluthochdruck. Übergewicht, höheres Alter, männliches Geschlecht, Alkohol am Abend und dämpfende Medikamente erhöhen das Risiko. Morgendliche Kopfschmerzen können auch ein Zeichen sein, dass bei schwerer Lungenerkrankung oder starkem Übergewicht nachts zu viel Kohlendioxid im Blut bleibt — ein Fall für die Lungenfachpraxis. Alles zu Diagnose und Therapie steht im Beitrag zur Schlafapnoe.

Zähneknirschen und Kieferpressen

Beim Schlafbruxismus arbeiten die Kaumuskeln nachts rhythmisch gegeneinander — mit Knirschgeräuschen oder lautlos pressend. Die meisten merken es nicht selbst, sondern am Morgen: Kaumuskeln und Schläfen schmerzen, der Kiefer ist müde, manchmal knackt das Kiefergelenk, die Zähne sind empfindlich oder zeigen Schliffspuren. Oft hört die Bettpartnerin oder der Bettpartner die Geräusche. Stress, Angst, Alkohol, Koffein, Rauchen und bestimmte Medikamente begünstigen das Knirschen; nicht selten tritt es zusammen mit einer Schlafapnoe auf.

Erste Anlaufstelle ist die Zahnarztpraxis. Eine Aufbissschiene schützt die Zähne zuverlässig. Ob sie auch den Kopfschmerz lindert, ist weniger gut belegt — hilfreich sind zusätzlich Stressabbau, Entspannungsübungen für den Kiefer und bei Bedarf Physiotherapie.

Medikamentenübergebrauch: die Tablette als Auslöser

Wer wegen Migräne oder Spannungskopfschmerz sehr häufig Schmerz- oder Migränemittel nimmt, kann einen Übergebrauchskopfschmerz entwickeln. Er ist typischerweise schon beim Aufwachen da, dumpf-drückend, oft täglich. Das verleitet dazu, morgens gleich wieder eine Tablette zu nehmen — ein Kreislauf, der sich selbst unterhält. Die Einzelheiten stehen im Medikamenten-Abschnitt weiter unten.

Koffein, Alkohol und der Wochenendkopfschmerz

Über Nacht sinkt der Koffeinspiegel. Wer regelmäßig viel Kaffee, Tee, Energy- oder Colagetränke zu sich nimmt, kann morgens einen Entzugskopfschmerz bekommen — besonders am Wochenende, wenn der erste Kaffee später kommt. Er bessert sich typischerweise rasch nach der ersten Tasse. Am Wochenende kommen ein veränderter Schlafrhythmus, längeres Schlafen und das Nachlassen von Stress als weitere Auslöser hinzu. Alkohol verursacht einen verzögerten Kopfschmerz am nächsten Morgen, stört den Tiefschlaf und verstärkt Schnarchen, Schlafapnoe und Knirschen.

Zu wenig, zu viel oder unruhiger Schlaf

Sowohl zu kurzer als auch ungewöhnlich langer Schlaf kann Kopfschmerzen am Morgen auslösen, ebenso Schichtarbeit und häufiges nächtliches Aufwachen. Bei Schlafstörungen und bei Depressionen mit frühem Erwachen ist morgendlicher Kopfschmerz häufig. Umgekehrt stören Kopfschmerzen den Schlaf — oft hilft erst, beides gemeinsam anzugehen.

Migräne und nächtliche Sonderformen

Migräneattacken beginnen häufig in den frühen Morgenstunden, sodass viele Betroffene bereits mit einer Attacke aufwachen — pochend, meist einseitig, mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit; mehr dazu im Beitrag zur Migräne. Der Clusterkopfschmerz weckt eher nachts, oft ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen: streng einseitig um das Auge, extrem heftig, mit tränendem Auge, laufender Nase und Bewegungsdrang. Eine seltene Form bei Menschen über 50 ist der hypnische Kopfschmerz, der regelmäßig zur gleichen Nachtzeit aus dem Schlaf reißt. Beide gehören in neurologische Hände.

Nächtliche Unterzuckerung und Blutdruck

Unter Insulin oder Sulfonylharnstoffen kann der Blutzucker nachts unbemerkt zu tief fallen. Hinweise sind Kopfschmerzen am Morgen, unruhiger Schlaf, schlechte Träume und Nachtschweiß. Beim Blutdruck gilt: Nur sehr hohe, meist unbehandelte Werte verursachen Kopfschmerzen, dann typischerweise morgens am Hinterkopf. In der zweiten Schwangerschaftshälfte kann ein neuer Kopfschmerz mit Sehstörungen, Oberbauchschmerzen und Schwellungen auf eine Präeklampsie hinweisen.

Schlafumgebung: Kohlenmonoxid, Luft und Kissen

Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung — aus defekten Gasthermen, Durchlauferhitzern, Kaminöfen, Holzkohlegrills oder Heizstrahlern in Innenräumen. Es ist unsichtbar und geruchlos und verursacht Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Benommenheit. Typisch: Mehrere Menschen oder Haustiere sind betroffen, draußen wird es besser. Harmloser sind stickige, trockene Schlafzimmerluft, eine nachts verstopfte Nase und eine ungünstige Kopfposition mit zu hohem oder zu flachem Kissen, die den Nacken verspannt.

Selten: erhöhter Hirndruck

Im Liegen steigt der Druck im Schädel etwas an. Deshalb sind Kopfschmerzen durch erhöhten Hirndruck — etwa bei Tumoren oder bei der idiopathischen intrakraniellen Hypertension — morgens oft am stärksten. Entscheidend sind die Begleitzeichen: Zunahme über Wochen, morgendliches Erbrechen, Verstärkung beim Husten oder Pressen, Sehstörungen, neue Ausfälle oder eine Wesensänderung. Das ist selten, gehört aber zeitnah abgeklärt.


Selbsttests: erste Hinweise für zu Hause

Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose, liefern aber genau die Informationen, nach denen die Praxis fragen wird.

  • Die Partner-Frage: Frag, ob du laut schnarchst, Atempausen machst, nach Luft schnappst oder mit den Zähnen knirschst. Schläfst du allein, kann eine Tonaufnahme über Nacht erste Hinweise geben — eine Diagnose ist das nicht.
  • Der STOP-Bang-Fragebogen: acht Fragen zu Schnarchen, Müdigkeit, beobachteten Atemaussetzern, Bluthochdruck, Body-Mass-Index über 35, Alter über 50, Halsumfang über 40 cm und männlichem Geschlecht. Ab drei Ja-Antworten steigt die Wahrscheinlichkeit einer Schlafapnoe, ab fünf deutlich.
  • Die Epworth-Schläfrigkeitsskala: Wie wahrscheinlich nickst du in acht Alltagssituationen ein, etwa beim Lesen oder als Beifahrer? Mehr als zehn von 24 Punkten sprechen für eine erhöhte Tagesschläfrigkeit.
  • Der Kiefer-Check: Sind Kaumuskeln und Schläfen morgens druckempfindlich, der Kiefer müde, die Zähne abgeschliffen, zeigt der Zungenrand Zahnabdrücke? Das spricht für nächtliches Pressen oder Knirschen.
  • Die Schmerzmittel-Zählung: Markiere einen Monat lang jeden Tag mit Schmerz- oder Migränemittel. Ab zehn Tagen im Monat ist ein Übergebrauchskopfschmerz möglich.
  • Die Koffein- und Ortsprobe: Kommt der Kopfschmerz vor allem, wenn der Kaffee später kommt, und verschwindet er danach? Dann ist Koffeinentzug wahrscheinlich. Wird er dagegen außer Haus besser und sind andere mitbetroffen, denk an Kohlenmonoxid.
  • Das Vier-Wochen-Tagebuch: Schlafenszeit, Aufwachzeit, Alkohol, Abendmedikamente, Kopfschmerz beim Aufwachen, Stärke und Dauer. Eine Anleitung bietet der Ratgeber Schmerztagebuch führen.

Warnzeichen: Wann du nicht abwarten solltest

  • Mehrere Menschen oder Haustiere im Haushalt haben gleichzeitig Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit
  • Morgendliche Kopfschmerzen, die über Wochen zunehmen, mit Erbrechen oder Verstärkung beim Husten und Pressen
  • Neue Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, ein Krampfanfall, Verwirrtheit oder eine Wesensänderung
  • Schlagartig einsetzender, heftigster Kopfschmerz oder Kopfschmerz mit Fieber und Nackensteife
  • In der zweiten Schwangerschaftshälfte: Kopfschmerz mit Sehstörungen, Oberbauchschmerz oder rasch zunehmenden Schwellungen
  • Erstmals auftretende Morgenkopfschmerzen ab 50 oder nach einer Kopfverletzung
  • Atemaussetzer mit so starker Tagesmüdigkeit, dass du am Steuer oder bei der Arbeit einnickst
Mehrere betroffen: an Kohlenmonoxid denken Haben mehrere Personen morgens Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, die sich draußen bessern: Fenster öffnen, Wohnung sofort verlassen, keine Schalter oder Gasgeräte mehr bedienen und die 112 rufen. Kohlenmonoxid ist geruchlos und kann tödlich sein.
Donnerschlag, Ausfälle, Fieber mit Nackensteife: sofort 112 Ein schlagartiger Vernichtungskopfschmerz, Kopfschmerz mit Lähmung, Sprachstörung oder hängendem Mundwinkel — mögliche Zeichen einer Hirnblutung oder eines Schlaganfalls — oder Fieber mit Nackensteife sind Notfälle. Wähle die 112.
Schwangerschaft und zunehmende Beschwerden: nicht aufschieben Kopfschmerz mit Sehstörungen oder Oberbauchschmerz in der zweiten Schwangerschaftshälfte gehört noch am selben Tag in die Frauenarztpraxis oder Klinik. Morgenkopfschmerzen, die über Wochen zunehmen oder mit Erbrechen einhergehen, sollten innerhalb weniger Tage untersucht werden.

Der Behandlungspfad: Schritt für Schritt

  1. Zwei bis vier Wochen beobachten. Tagebuch führen, Alkohol am Abend weglassen, feste Schlafzeiten auch am Wochenende, Koffein gleichmäßig, Schmerzmittel-Tage zählen.
  2. Hausärztliche Abklärung. Gespräch über Schlaf, Schnarchen, Kiefer und Medikamente, Blutdruckmessung, körperliche und neurologische Untersuchung, bei Bedarf Blutwerte.
  3. Bei Verdacht auf Schlafapnoe. Eine ambulante Schlafuntersuchung zu Hause (Polygrafie), bei Bedarf eine Nacht im Schlaflabor. Behandelt wird meist mit nächtlicher Überdruckbeatmung über eine Maske (CPAP), bei leichteren Formen auch mit einer Unterkieferprotrusionsschiene, Lagetherapie und Gewichtsabnahme.
  4. Bei Knirschen. Zahnarztpraxis, Aufbissschiene, Stressbewältigung und Kieferübungen.
  5. Bei Übergebrauch. Ärztlich begleitete Einnahmepause, häufig in einer neurologischen Praxis oder einem Kopfschmerzzentrum, plus Vorbeugung der Grunderkrankung.
  6. Bei Warnzeichen oder ungewöhnlichem Muster. Neurologische Abklärung, gegebenenfalls MRT. Welche Behandlung infrage kommt, entscheidet die behandelnde Praxis gemeinsam mit dir.
Ehrlich eingeordnet Schnarch-Apps, Smartwatches und Anti-Schnarch-Kissen können eine Schlafapnoe weder sicher erkennen noch behandeln; Nasenpflaster helfen höchstens gegen harmloses Schnarchen. Eine Aufbissschiene schützt die Zähne, ihr Effekt auf den Kopfschmerz ist begrenzt belegt. Am zuverlässigsten verschwindet der Morgenkopfschmerz, wenn die Ursache behandelt wird — die Schlafapnoe, der Übergebrauch oder der Alkohol am Abend.

Medikamenten-Blickwinkel: was über Nacht wirkt — und nachwirkt

Schmerz- und Migränemittel

Als Übergebrauch gilt die Einnahme einfacher Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol an 15 oder mehr Tagen im Monat und die von Triptanen wie Sumatriptan, Kombinationspräparaten oder Opioiden an zehn oder mehr Tagen, jeweils über mehr als drei Monate. Laut Leitlinie helfen Aufklärung, eine ärztlich begleitete Pause und eine vorbeugende Behandlung der Grunderkrankung; Opioide werden dabei nur schrittweise reduziert. In den ersten Tagen kann der Kopfschmerz stärker werden, danach bessert er sich bei vielen deutlich. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt die 10-20-Regel: höchstens an zehn Tagen im Monat Schmerzmittel, an mindestens 20 Tagen nicht. Rezeptfreie Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat laut Packungsbeilage in der Regel nicht länger als drei bis vier Tage am Stück. Einen Überblick gibt der Schmerzmittel-Vergleich.

Schlaf- und Beruhigungsmittel, Opioide

Benzodiazepine, Z-Substanzen und dämpfende Antihistaminika können am Morgen einen Überhang mit Kopfschmerz und Benommenheit hinterlassen. Wichtiger noch: Sie erschlaffen die Rachenmuskulatur und dämpfen die Weckreaktion — eine bestehende Schlafapnoe kann sich dadurch verschlechtern. Opioide können nächtliche Atemstörungen ebenfalls verstärken. Wer schnarcht und Schlafmittel nimmt, sollte das in der Praxis ansprechen.

Antidepressiva und Stimulanzien

SSRI und SNRI wie Sertralin oder Venlafaxin sowie Stimulanzien wie Methylphenidat können nächtliches Zähneknirschen auslösen oder verstärken. Beginnt der Morgenkopfschmerz mit einem müden Kiefer kurz nach Therapiebeginn oder Dosiserhöhung, lohnt die Nachfrage in der Praxis.

Abendliche Gefäßerweiterer, Diabetesmittel, Hormone

Nitrate, Potenzmittel und Kalziumantagonisten können Kopfschmerzen machen — werden sie am Abend eingenommen, zeigt sich das oft am Morgen. Insulin und Sulfonylharnstoffe können nächtliche Unterzuckerungen verursachen; die Praxis kann Dosis oder Zeitpunkt anpassen oder eine nächtliche Messung empfehlen. Östrogenhaltige Präparate können in der Einnahmepause einen Entzugskopfschmerz auslösen, und auch Melatonin führt Kopfschmerzen als mögliche Nebenwirkung.

Nichts eigenmächtig absetzen Opioide, Benzodiazepine und Antidepressiva abrupt abzusetzen, kann Entzugs- und Absetzbeschwerden auslösen, Insulin wegzulassen ist gefährlich. Notiere, seit wann der Morgenkopfschmerz besteht und was sich an deiner Medikation geändert hat, und besprich das mit deiner Praxis.

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So beugst du morgendlichen Kopfschmerzen vor

  • Abends wenig Alkohol — und Schlafmittel nur nach Rücksprache, besonders wenn du schnarchst.
  • Fester Schlafrhythmus — ähnliche Schlafens- und Aufstehzeiten auch am Wochenende.
  • Koffein gleichmäßig — oder schrittweise reduzieren statt abrupt weglassen.
  • Schmerzmittel-Tage zählen — die 10-20-Regel schützt vor dem Übergebrauchskopfschmerz.
  • CO-Melder und Wartung — ein Kohlenmonoxidmelder in Räumen mit Gastherme oder Ofen und die regelmäßige Überprüfung der Feuerstätten.

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Häufige Fragen zu morgendlichen Kopfschmerzen

Häufige Gründe sind Schlafapnoe, nächtliches Zähneknirschen, zu häufige Schmerzmitteleinnahme, Koffeinentzug über Nacht, Alkohol am Vorabend und zu wenig oder unruhiger Schlaf. Auch Migräneattacken beginnen oft in den frühen Morgenstunden. Selten steckt Kohlenmonoxid oder erhöhter Hirndruck dahinter.
Ja. Typisch ist ein beidseitig drückender Kopfschmerz beim Aufwachen, der innerhalb weniger Stunden verschwindet, zusammen mit lautem Schnarchen, Atemaussetzern und Tagesmüdigkeit. Unter wirksamer Behandlung, etwa mit einer CPAP-Maske, bessert er sich in der Regel.
Ja, nächtliches Knirschen oder Pressen überlastet die Kaumuskeln und verursacht oft Schmerzen an Schläfen und Kiefer beim Aufwachen. Hinweise sind müde Kaumuskeln, empfindliche oder abgeschliffene Zähne und Knirschgeräusche. Erste Anlaufstelle ist die Zahnarztpraxis.
Häufig ist es ein Koffeinentzug, weil der erste Kaffee später kommt als an Werktagen. Auch längeres Ausschlafen, ein veränderter Schlafrhythmus, Alkohol am Vorabend und das Nachlassen von Stress können Kopfschmerzen auslösen. Gleichmäßige Schlafzeiten und gleichmäßiger Koffeinkonsum helfen oft.
Ja. Wer Schmerz- oder Migränemittel an zehn bis 15 oder mehr Tagen im Monat nimmt, kann einen Übergebrauchskopfschmerz entwickeln, der typischerweise schon beim Aufwachen da ist. Hilfreich ist eine ärztlich begleitete Einnahmepause. Die 10-20-Regel beugt dem vor.
Sehr selten. Viel häufiger stecken Schlafapnoe, Knirschen, Schmerzmittel, Koffein oder Alkohol dahinter. Abklären lassen solltest du Morgenkopfschmerzen, die über Wochen zunehmen, mit Erbrechen einhergehen, sich beim Husten verstärken oder mit neuen Ausfällen wie Seh- oder Sprachstörungen verbunden sind.
Wenn sie an mehreren Tagen pro Woche auftreten, du häufig Schmerzmittel brauchst, dein Partner Atemaussetzer bemerkt oder du tagsüber stark müde bist. Sofort die 112, wenn mehrere Menschen im Haushalt betroffen sind oder Lähmungen, Sprachstörungen oder Fieber mit Nackensteife auftreten.

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Quellen

  • International Headache Society: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3, 2018) — u. a. Schlafapnoe-Kopfschmerz, hypnischer Kopfschmerz, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch. Abgerufen 2026.
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): S1-Leitlinie Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln (2022). Abgerufen 2026.
  • Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen, Kapitel Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen. Abgerufen 2026.
  • Gesundheitsinformation.de (IQWiG) und gesund.bund.de: Schlafapnoe, Kopfschmerzen und Zähneknirschen. Abgerufen 2026.
  • MSD Manual, Patientenausgabe: Obstruktive Schlafapnoe, Bruxismus, Kohlenmonoxidvergiftung und Kopfschmerzen. Abgerufen 2026.
  • Fachinformationen der genannten Wirkstoffe (u. a. Sumatriptan, Sertralin, Insulin, Zolpidem). Abgerufen 2026.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Fragebögen wie STOP-Bang oder die Epworth-Skala und die beschriebenen Selbsttests sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei Verdacht auf Kohlenmonoxid, bei schlagartig heftigstem Kopfschmerz, Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, Fieber mit Nackensteife oder Kopfschmerz mit Sehstörungen in der Schwangerschaft wende dich bitte umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.