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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 1. August 2026 · Lesezeit: ca. 8 Min.
| Ursache | Typischer Schmerz | Typischer Beginn | Erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Primäre Dysmenorrhoe | Krampfartig, Unterbauch, strahlt in Rücken und Oberschenkel, 1–3 Tage | Ab den ersten Regelblutungen, Jugend | Wärme, Bewegung, früh angesetztes NSAR |
| Endometriose | Zunehmend stark, oft auch vor der Blutung, beim Sex, beim Stuhlgang | Meist im jungen Erwachsenenalter, häufig langsam zunehmend | Gynäkologische Abklärung, Beschwerdetagebuch mitbringen |
| Myome oder Adenomyose | Dumpf, Druckgefühl, oft mit sehr starker Blutung | Eher ab dem vierten Lebensjahrzehnt | Ultraschall in der gynäkologischen Praxis |
| Kupferspirale | Krampfartig, mit stärkerer und längerer Blutung | Nach dem Einsetzen neu aufgetreten | Rücksprache zur Verhütungsmethode |
| Entzündung im kleinen Becken | Anhaltend, oft beidseitig, mit Fieber und Ausfluss | Akut, unabhängig vom Zyklus | Zeitnahe ärztliche Vorstellung |
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Zu Beginn der Blutung schüttet die Gebärmutterschleimhaut Prostaglandine aus. Diese Botenstoffe lassen die Muskulatur der Gebärmutter kräftig kontrahieren, damit sich die Schleimhaut löst. Fallen sie reichlich aus, wird die Durchblutung kurzzeitig gedrosselt - und genau das nimmst du als krampfartigen Schmerz wahr. Typisch sind Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Durchfall, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen, weil Prostaglandine auch auf Darm und Gefäße wirken.
Die primäre Form beginnt in der Regel in den ersten Jahren nach der ersten Blutung, hält ein bis drei Tage an und bessert sich bei vielen im Lauf des Lebens.
Bei einer Endometriose siedelt sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter an - und macht den Zyklus mit. Typische Hinweise sind Schmerzen, die schon vor der Blutung beginnen, über die Jahre zunehmen, beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang auftreten, sowie unerfüllter Kinderwunsch.
Bis zur Diagnose vergehen häufig Jahre - nicht, weil die Erkrankung selten wäre, sondern weil starke Regelschmerzen lange als normal abgetan wurden. Wenn dein Bauchgefühl sagt, dass das mehr ist als „übliche Krämpfe", ist das ein guter Grund, das anzusprechen.
Gutartige Muskelknoten der Gebärmutter und eine Einwanderung von Schleimhaut in die Gebärmutterwand verursachen eher dumpfen Druck mit verstärkter Blutung. Eine Kupferspirale kann Regelschmerzen und Blutungsstärke deutlich erhöhen, während hormonhaltige Spiralen sie bei vielen verringern. Beides sind gute Gesprächsthemen für den nächsten Termin.
Aufsteigende Infektionen im kleinen Becken verursachen anhaltende Schmerzen, oft mit Fieber und verändertem Ausfluss - sie sind kein Zyklusphänomen und gehören zeitnah behandelt. Auch Verwachsungen nach Operationen und Reizungen des Darms können den Schmerz mitprägen; bei zyklusabhängiger Verstärkung von Bauchschmerzen lohnt der Blick auf beides.
Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose. Sie helfen dir aber, in wenigen Minuten das Gespräch in der Praxis präziser zu machen.
Notfall nicht verpassen
Ein plötzlicher, stärkster einseitiger Unterbauchschmerz kann auf eine Eierstockdrehung oder - bei bestehender Schwangerschaft - auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen. Beides ist ein Notfall. Wähle bei stärksten Schmerzen mit Kreislaufsymptomen oder Ohnmacht die 112 und warte nicht ab, ob es „mit Wärme besser wird".Bei Regelschmerzen wird in der Regel stufenweise vorgegangen - zuerst das, was ohne Rezept möglich ist, dann gezielte Medikation, dann Ursachensuche.
Bei Regelschmerzen sind Ibuprofen und Naproxen die üblichen ersten Mittel; Naproxen wirkt länger und wird deshalb bei nächtlichen Schmerzen häufig bevorzugt. Diclofenac ist eine weitere Option. Paracetamol wirkt hier meist schwächer, weil es die Prostaglandinbildung im Gewebe kaum beeinflusst. Eine Einordnung der Wirkstoffe bietet der Schmerzmittel-Vergleich.
Höchstdauer im Blick behalten
Rezeptfreie Schmerzmittel sind für die kurzzeitige Selbstbehandlung gedacht - in der Regel wenige Tage am Stück. Brauchst du sie in jedem Zyklus über mehrere Tage in hoher Dosis, gehört das ärztlich begleitet, auch wegen Magen und Nieren. Was du dabei beachten solltest, steht unter Magenprobleme durch Medikamente.Umgekehrt gibt es Medikamente und Methoden, die das Symptom verstärken können:
Sehr starke Blutungen über längere Zeit können zu Eisenmangelanämie führen - typische Hinweise sind Müdigkeit, Blässe und Belastungsatemnot. Der Ratgeber Eisenmangel ordnet das ein.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbstbeobachtungen sind eine Orientierung und keine Diagnose. Bei plötzlich einsetzenden stärksten Unterbauchschmerzen, bei Schmerzen mit Fieber, bei Kreislaufschwäche oder bei Schmerzen während einer möglichen Schwangerschaft wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.