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Sarah K., 34
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Medizinisch geprüfter Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 1. August 2026 · Lesezeit: ca. 8 Min.
| Ursache | Wie sich der Druck anfühlt | Typische Begleitzeichen | Erster Schritt |
|---|---|---|---|
| Erkältung, Schnupfen | Dumpf, beidseits wechselnd, knackt beim Schlucken | Verstopfte Nase, Halskratzen, Husten | Nase frei bekommen, abwarten, Nasenspray zeitlich begrenzen |
| Allergie (allergischer Schnupfen) | Wiederkehrend, saisonal oder bei Kontakt mit Auslöser | Niesattacken, juckende Augen, klares Sekret | Auslöser meiden, Antihistaminikum besprechen |
| Flugreise oder Tauchen (Barotrauma) | Plötzlich, oft schmerzhaft, beim Sinkflug oder Abtauchen | Kurzzeitig schlechteres Hören, selten Ohrgeräusch | Druckausgleich üben; bei anhaltendem Schmerz HNO |
| Ohrenschmalz-Pfropf | Einseitig, dumpf, eigene Stimme klingt hohl | Kein Schnupfen, kein Fieber, oft nach dem Duschen | Entfernung in der Praxis - nicht selbst stochern |
| Kiefergelenk und Kaumuskulatur | Dumpfer Druck, wechselnd, nimmt beim Kauen zu | Knacken im Kiefergelenk, Zähneknirschen, Nackenverspannung | Zahnärztliche oder kieferorthopädische Abklärung |
| Mittelohrerguss | Anhaltend dumpf über Wochen, oft nach Erkältung | Gedämpftes Hören, bei Kindern auffälliges Nachfragen | HNO-ärztliche Kontrolle, wenn es nicht abklingt |
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Das Mittelohr hinter dem Trommelfell ist ein luftgefüllter Raum mit genau einer Verbindung nach außen: der Ohrtrompete, einem schmalen Gang zum Nasenrachen, der sich beim Schlucken und Gähnen kurz öffnet und dabei den Druck angleicht. Funktioniert das nicht mehr, entsteht ein Unterdruck, das Trommelfell wird nach innen gezogen und schwingt schlechter. Genau das nimmst du als Druck, als Watte oder als „Hören wie unter Wasser" wahr - manchmal mit leisem Knacken oder einem Ohrgeräusch. Bleibt der Unterdruck bestehen, zieht die Schleimhaut Flüssigkeit nach: daraus wird ein Erguss.
Bei einem Infekt schwillt die Schleimhaut überall an, auch rund um die Mündung der Ohrtrompete im Nasenrachen. Der Belüftungsgang wird eng, der Druckausgleich stockt. Deshalb tritt Ohrendruck so verlässlich zusammen mit einer verstopften Nase auf - und deshalb hilft es meist mehr, die Nase frei zu bekommen, als das Ohr zu behandeln. Das Druckgefühl hält oft länger an als der Schnupfen; ein bis zwei Wochen sind nicht ungewöhnlich. Typische Verläufe ordnet der Ratgeber Erkältung, Grippe oder Corona ein.
Eine Sinusitis beziehungsweise Nasennebenhöhlenentzündung hält die Schleimhaut über Wochen geschwollen. Typisch ist ein Druck, der sich beim Vornüberbeugen verstärkt, dazu zäher Schleim und Klopfschmerz über Stirn oder Wangen. Der Ohrendruck ist ein Begleitsymptom.
Bei einer allergischen Rhinitis schwillt die Schleimhaut aus demselben Grund an wie bei der Erkältung - nur ohne Fieber. Verdächtig ist das Muster: Der Druck kommt saisonal wieder oder nach Tierkontakt, begleitet von Niesattacken, klarem Sekret und juckenden Augen.
Beim Sinkflug und beim Abtauchen steigt der Außendruck schneller, als die Ohrtrompete nachkommt. Ist sie durch einen Schnupfen ohnehin eng, gelingt der Ausgleich nicht - es entsteht ein Barotrauma mit stechendem Schmerz und plötzlich gedämpftem Hören. Meist bildet sich das binnen weniger Tage zurück. Halten Schmerzen, Hörminderung oder Schwindel nach einem Tauchgang an, gehört das zeitnah untersucht: Beim Tauchen kann auch das Innenohr betroffen sein - eine andere Kategorie als das Flugohr.
Ein Pfropf im Gehörgang macht dieselben Symptome wie ein Tubenproblem: dumpfer Druck, gedämpftes Hören, hohl klingende eigene Stimme. Unterscheiden lässt sich beides am Kontext - ein Pfropf tritt ohne Schnupfen auf, oft einseitig und nach dem Duschen. Nicht mit Wattestäbchen nachhelfen; die Entfernung in der Praxis dauert wenige Minuten.
Das Kiefergelenk liegt unmittelbar vor dem Gehörgang. Verspannungen der Kaumuskulatur und eine Fehlfunktion des Gelenks - fachlich craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD - können deshalb einen dumpfen Druck erzeugen, obwohl das Ohr selbst unauffällig ist. Hinweise sind Knacken beim Kauen, morgendlich verspannte Wangenmuskulatur und Zähneknirschen. Das ist die klassische Konstellation hinter dem Satz „Beim HNO war alles in Ordnung, der Druck ist aber immer noch da" - dann lohnt die zahnärztliche Abklärung, oft ergänzt um Physiotherapie.
Hält der Unterdruck an, sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell - ein Paukenerguss. Er tut oft nicht weh, dämpft das Hören aber deutlich und kann sich über Wochen ziehen. Kommen Erreger hinzu, entsteht eine Mittelohrentzündung mit pochenden Ohrenschmerzen und Fieber. Bei Kindern ist der Erguss besonders relevant, weil er in die Zeit des Spracherwerbs fällt.
Diese Beobachtungen ersetzen keine Diagnose, helfen dir aber, die Richtung einzugrenzen - Belüftung, Gehörgang oder Kiefer.
Einseitiger Druck über Wochen gehört zur HNO
Ein anhaltender, einseitiger Ohrendruck bei Erwachsenen, der ohne Erkältung auftritt und über Wochen bleibt, sollte HNO-ärztlich abgeklärt werden. Meist findet sich eine harmlose Erklärung. Es gibt aber eine seltene, wichtige Ausnahme: Eine Raumforderung im Nasenrachen kann die Ohrtrompete einseitig blockieren und macht genau dieses Bild. Kein Grund zur Panik - aber der Grund, warum ein Blick in den Nasenrachen zur Routine gehört. Kommen plötzlicher Hörverlust, heftiger Drehschwindel, hohes Fieber mit stärksten Ohrenschmerzen oder eine Gesichtslähmung dazu, gehört das am selben Tag untersucht.Was du in den Termin mitbringst
Seit wann besteht der Druck, ein- oder beidseitig, was macht ihn besser, welche Sprays und Tabletten hast du wie lange benutzt? Der letzte Punkt wird oft vergessen und ist meist der entscheidende. Mehr dazu im Ratgeber Arzttermin vorbereiten.Wirkstoffe wie Xylometazolin verengen die Gefäße der Nasenschleimhaut: Die Nase wird frei, die Ohrtrompete durchgängig, der Druck lässt nach - oft in Minuten. Genau diese verlässliche Wirkung verleitet zum Weitermachen.
Wenige Tage sind die Grenze - nicht wenige Wochen
Abschwellende Nasensprays sind für die kurzzeitige Anwendung gedacht, in der Regel nicht länger als wenige Tage am Stück. Danach reagiert die Schleimhaut mit einer reaktiven Schwellung - die Nase ist dichter als vorher, du sprühst häufiger, und der Ohrendruck kommt zurück. Aus der Hilfe wird eine Abhängigkeit von der Flasche. Wie du da wieder herauskommst, beschreibt der Ratgeber Nasenspray-Abhängigkeit. Sprühst du seit über einer Woche täglich, sprich das an, statt weiter selbst zu behandeln.Steckt eine allergische Ursache dahinter, ist die Behandlung der Allergie der direkte Weg. Wirkstoffe wie Cetirizin und Loratadin dämpfen die allergische Reaktion; Loratadin macht in der Regel weniger müde. Beides ersetzt nicht, den Auslöser zu identifizieren - und bei rein infektbedingtem Ohrendruck bringen sie wenig.
Bei anhaltender Schleimhautschwellung - etwa bei Allergie oder chronischer Nebenhöhlenentzündung - wird häufig ein cortisonhaltiges Nasenspray mit einem Wirkstoff wie Mometason eingesetzt. Es wirkt über Tage bis Wochen, macht aber nicht abhängig. Ehrlich eingeordnet: Für die reine Tubenfunktionsstörung ohne allergischen Hintergrund ist die Evidenz begrenzt. Die Entscheidung trifft die Praxis.
Ohrendruck allein ist kein Grund für ein Antibiotikum. Eine Tubenfunktionsstörung und ein Paukenerguss sind keine bakteriellen Infektionen - ein Antibiotikum verkürzt hier nichts, bringt aber Nebenwirkungen und trägt zur Resistenzentwicklung bei. Auch die meisten unkomplizierten Mittelohrentzündungen heilen ohne aus. Wird eines verordnet, gehört es vollständig eingenommen - dazu der Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.
Manche Blutdrucksenker und andere Wirkstoffe können als Nebenwirkung eine verstopfte Nase verursachen und darüber indirekt Ohrendruck begünstigen; auch hormonelle Veränderungen lassen die Nasenschleimhaut anschwellen. Beginn oder Wechsel einer Medikation kurz vor dem Auftreten der Beschwerden ist deshalb eine Notiz wert - dazu der Ratgeber Nebenwirkungen von Medikamenten. Setze verordnete Medikamente nie eigenmächtig ab; bei rezeptfreien Sprays gilt umgekehrt: Je früher du aufhörst, desto leichter.
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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die beschriebenen Selbsttests sind eine grobe Orientierung und keine Diagnose. Wende abschwellende Nasensprays nur kurzzeitig an und setze verordnete Medikamente nicht eigenmächtig ab. Bei plötzlichem Hörverlust, heftigem Drehschwindel, hohem Fieber mit starken Ohrenschmerzen, eitrigem oder blutigem Ausfluss oder bei einseitigem Ohrendruck über Wochen wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder den Rettungsdienst.